KrisenzeitSo müssen Sie seltener in den Supermarkt
Claudia Wittke-Gaida, dpa
29.4.2020
Alle zwei Tage in den Supermarkt einkaufen gehen, um spontan leckere Menüs zu kochen? In Corona-Zeiten keine gute Idee. Wie cleveres und selteneres Einkaufen geht, erklären zwei Expertinnen.
Bevor es ans Einkaufen geht, schreibt man als Erstes einen Einkaufszettel, oder? Falsch! «Die Grundlage für einen vorausschauenden Einkauf ist der Entwurf eines Speiseplans», stellt Hauswirtschafterin Brigitte Weniger klar. «Der richtet sich nach den Lieblingsessen der Familienmitglieder, dem Wetter, der Saison – und vor allem, was noch da ist», sagt die Ökotrophologin.
Auch das Studium der Werbungen der Supermärkte könne sich lohnen. «Doch dabei gilt es, sich nicht zu verzetteln. Mehr als ein, zwei Läden sollte man nicht ansteuern. Das reduziert Kontakte», sagt Weniger. So schreibe man zwei Zettel, etwa einen für den Lieblingssupermarkt und einen für den Discounter.
Die Listen sollten logisch nach der Laufrunde des Marktes oder den Warengruppen aufgebaut sein. Zwischen den Regalen hin- und herzuwandern, um immer wieder am Gemüsestand zu landen, erhöhe zudem das Ansteckungsrisiko.
Abhaken mit digitalen Einkaufslisten
Brigitte Weniger rät zudem zu digitalen Einkaufslisten. «Durch Antippen auf dem Smartphone kann man die einzelnen Produkte einfach abhaken», so die Expertin. Praktisch seien auch Listen, auf die mehrere Familienmitglieder Zugriff haben. Überträgt man allerdings einer anderen Person den Einkauf, sollte die Liste genau besprochen werden.
«Stehen da lediglich drei Äpfel, werden garantiert die falschen gebracht. Und denkt man bei Milchreis an eine Pappschachtel mit Körnern, ist man enttäuscht, wenn dann der kleine Plastikbecher kommt.»
Und wenn man trotz penibler Planung zu viel gekauft hat? «Aufläufe gehen immer», weiss Weniger. Dafür könne man jedes Gemüse nehmen, gebratenes oder rohes Fleisch – und fertig.
Noch einfacher sei ein schnelles Ofengemüse. Vom Blumenkohl über Süsskartoffeln bis zum Spargel alles in 4 Zentimeter grosse Stücke schneiden, zusammen mit Salz, Pfeffer und Öl in eine Schüssel geben, schütteln, damit sich alles vermengt, und 20 Minuten in den 180 Grad heissen Ofen.
Täglich immer nur eine Komponente austauschen
Hauswirtschafterin und Ökotrophologin Daniela Katz-Raible plant Resteverwertung in ihren Wochenspeiseplan von vornherein gleich mit ein. Das heisst aber nicht, dass es drei Tage lang dasselbe gibt. «Man tauscht immer nur eine Komponente aus. Man benutzt eine Zutat vom Vortag und fügt eine neue hinzu», erklärt Katz-Raible. Mit einer solchen Kette lässt sich nicht nur Zeit und Geld sparen. Man verbindet auch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen mit Abwechslung auf dem Teller.
Eine Kette könne so aussehen: Aus den Salzkartoffeln vom Vortag werden vermischt mit Ei und Mehl Kartoffelküchle. Die Veggie-Burger gibt es dann zu Sauerkraut und Würstchen. Am Tag darauf wird Sauerkraut mit gebratenem Hackfleisch vermengt und zu Reis serviert. Eine andere Ketten-Variante sehe so aus: Salzkartoffeln – Bratkartoffeln mit Salat – Salat mit einem Nudelgericht – und am vierten Tag Nudelreste als Auflauf mit Gemüse. Und aus Gemüseresten lässt sich schnell eine Suppe kochen.
Wer auf der Suche nach Ideen beim Googeln auf Privatrezepte stösst, sollte sie vorher immer mal gedanklich durchspielen, empfiehlt Brigitte Weniger. «Da kommt schon mal vor, dass mal eine Zutat wie Mehl einfach vergessen wird», so die Expertin. Verlässlicher seien aus ihrer Erfahrung Rezeptideen, die Lebensmittelketten auf ihren Webseiten empfehlen. «Die sind geprüft.»
Reste aufpeppen und als tolle Kreationen verkaufen
Die Hauswirtschafterin hat auch noch Tricks auf Lager, wie man seinen Lieben Reste als tolle Kreationen verkauft. «Ist die halbe Mango vom Frühstücksmüsli übrig, kommt sie mit Joghurt und braunem Zucker in den Mixer und wird als Mango Lassie-Variante präsentiert», verrät Weniger. Olle Bananen werden als Super-Smoothie mit 300 ml Milch, frischen Minzeblättchen und einer Kugel Vannileeis aufgepeppt.
Und was tun, damit Kinder etwa Reste-Bällchen aus roten Linsen, Bulgur und Ajvar nicht als gelbbräun-gräuliches Etwas verschmähen? Gar nicht erst verraten, was drin ist. Sie werden mit erfrischender Minze-Joghurt-Sosse serviert. Und in die Bällchen unbedingt gehackte Kräuter wie Minze, Koriander und Petersilie geben, rät Weniger. «Das macht lustige grüne Pünktchen.»
Coco – der Engel aus Bern, den die Welt nicht verstand
Coco – der Engel aus Bern, den die Welt nicht verstand
Performance-Künstlerin, selbstbekennende transsexuelle Anarchistin, Macho-Frau, seelisch Heimatlose, Model, Lieblings-Zielscheibe der Schweizer Boulevardpresse – Coco.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
Olivier G. Fatton begegnete Coco im November 1989 zum ersten Mal. Dieser «lichte und doch so schwermütige Engel» faszinierte den Fotografen vom ersten Moment an.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
Bei einem Kaffee in einem Berner Schwulenlokal schliessen sie einen fotografischen Vertrag: Coco posiert für ihn und dafür dokumentiert Fatton ihre Geschlechtsanpassung.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
Aus dem Pakt wurde eine Liebesbeziehung, in deren Verlauf Fatton zahlreiche Aufnahmen von Coco machte. Intime Porträts, ...
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
... inszenierte Modefotografie, zuhause, unterwegs, in Clubs und in den Bergen zeigen die zahlreichen Facetten der schillernden Coco.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
Und immer wieder diese grossen, melancholischen Augen. Ihre Augen seien ihr zweiter Mund geworden, sagte Coco einmal.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
Und weil ihre tausendseitige Autobiographie von Dieben gestohlen wurde, erzählen uns diese Augen vom Leben einer Kameliendame des 20. Jahrhunderts – im Bildband «Coco», der dieser Tag erschienen ist.
Bild: Olivier G. Fatton, «Coco», Edition Patrick Frey, 2019
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