Granit Xhaka verliert mit Leverkusen auswärts gegen Liverpool 0:4. Nach der Partie analysiert der 32-Jährige, was alles falsch lief. Der 133-fache Nati-Spieler hat aber auch ein Lob für die Reds übrig. Auch die blue Sport Experten Pascal Zuberbühler und Marcel Reif schlagen noch nicht Alarm.
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- Bayer Leverkusen verliert in der Champions League auswärts gegen Liverpool 0:4.
- Granit Xhaka begibt sich nach der Niederlage auf Spurensuche. Dabei ärgert er sich über das Defensivverhalten seiner Mannschaft, lobt aber auch Liverpool.
- Die blue Sport Experten Marcel Reif und Pascal Zuberbühler malen auch noch nicht schwarz. Letzterer glaubt, dass Leverkusen aus dieser Niederlage lernen werde.
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Leverkusen hält am Dienstagabend in Liverpool lange gut dagegen und geht mit einem 0:0 in die Pause. In der zweiten Halbzeit kassiert der deutsche Meister aber vier Gegentore und geht somit sang- und klanglos unter. Leverkusen-Star Granit Xhaka meint in seiner Analyse kurz nach Spielschluss, dass sie «eine sehr gute erste Halbzeit» gespielt hätten. Sie hätten viel Ballbesitz gehabt und auch die Räume gefunden, so wie sie sich das vorgestellt hätten im Vorfeld der Partie. «Du kannst Liverpool nicht 90 Minuten lang dominieren, wir wussten das. Aber wir kriegen wieder einfache Gegentore, weil wir nicht zurückkommen, sondern stehen bleiben. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren.»
«Das 1:0 ist Weltklasse gespielt, da muss man auch ehrlich sein»
Leverkusen-Star lobt Liverpool
Das sei schade, weil sie es ja in der ersten Halbzeit nicht geschafft hätten, sich zu belohnen. Xhaka weiss aber auch: «Wir sind nicht die Einzigen, die hier schon mal verloren haben. Dementsprechend können wir auch gute Sachen mitnehmen. Aber sicher, die Gegentore, die wir bekommen haben, dürfen auf diesem Niveau nicht passieren.»
Doch was genau lief bei den Gegentoren schief? «Das 1:0 ist Weltklasse gespielt, da muss man auch ehrlich sein. Schnittstellen-Ball zwischen zwei Innenverteidiger von uns. Top gespielt.»
Xhaka weiter: «Sie haben Qualität, aber das wussten wir auch. Aber das zweite, dritte, vierte Tor … Wir gehen einfach nicht mit den Männern mit. Das ist das, was mich ärgert. Weil allzu viele Chancen danach gab es auch nicht. Aber wir verlieren sehr viele 50-50-Duelle.»
Die Analyse von Marcel Reif und Pascal Zuberbühler
Analysiert wird die Leverkusen-Klatsche auch im Champions-League-Studio von blue Sport. Reif, der der Leverkusen in der Halbzeit-Analyse noch ein Lob ausspricht, meint: «Es ist nicht nur die Mannschaft, es ist Anfield. Wenn das Ganze dort in diesen Aggregatzustand gerät, ich meine, ich habe das vier, fünfmal erlebt, gegen die Wucht kannst du wenig machen. Allerdings hat es Leverkusen dann auch auf eine Art verteidigt, da waren sie überfordert. Vier Stück ist deutlich, das tut richtig weh. Diaz hat sie mit drei Toren abgeschossen.»
Das zweite Gegentor analysierend, meint Reif: «Das ist nicht zu Ende verteidigt, das ist nicht das Bayer Leverkusen aus der letzten Saison.» Auch Pascal Zuberbühler bemängelt das Defensivverhalten, spricht aber Liverpool gleichzeitig ein «grosses Kompliment» aus, «wie sie da aufgetreten sind». Und Bezug nehmend auf Leverkusen: «Da haben sie eine Lehrstunde erteilt bekommen in der 2. Halbzeit. […] Jetzt hast du mal eine Ohrfeige kassiert, aber aus diesen Ohrfeigen musst du wachsen. Und ich bin sicher, Leverkusen wird aus dieser Ohrfeige auch wachsen.»
Kein Grund zur Sorge bei Leverkusen
Nach der überragenden letzten Saison, in der Leverkusen in Deutschland das Double aus Meisterschaft und Cup gewinnen konnte und in Final der Europa League die einzige Niederlage der Saison zu verdauen hatte, läuft es in dieser Saison zwar nicht mehr ganz so flüssig, Doch die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso ist weit davon entfernt, sich in einem Krisenmodus zu befinden. In der Bundesliga belegt Leverkusen nach neun Runden den 4. Platz, wobei der Rückstand auf Leader Bayern München bereits sieben Punkte beträgt.
Auch in der Champions League läuft es, abgesehen von der Schlappe in Liverpool, ganz ordentlich. Nach vier Runden hat Bayer 7 Punkte auf dem Konto und ist damit in der 36 Teams umfassenden Tabelle im 11. Rang klassiert, könnte am Mittwoch allerdings noch ein paar Ränge einbüssen.
Die ersten 8 qualifizieren sich direkt für die Achtelfinals, die Plätze 9 bis 24 kämpfen nach der Gruppenphase in Playoff-Duellen um die dannzumal acht noch verbleibenden Achtelfinal-Plätze. Für die Teams auf den Rängen 25 bis 36 endet das Europa-Abenteuer.
In der Gruppenphase, der auf diese Saison hin reformierten Champions League, trägt jedes Team vier Heim- und vier Auswärtsspiele aus, wobei jedes Team auf acht verschiedene Gegner trifft.