Weltcup-Wertungen Die Entscheidungen rücken näher: So sieht die Ausgangslage aus

jar

8.3.2021

Wer jubelt für die Schweiz nach den letzten Rennen der Saison 2020/2021?
Wer jubelt für die Schweiz nach den letzten Rennen der Saison 2020/2021?
Bild: Keystone/Getty

Zwölf Einzelrennen und ein Team-Wettkampf beim Saisonfinale in Lenzerheide fungieren noch im alpinen Rennkalender der Saison 20/21. In den Disziplinen und den Gesamtwertungen fallen die Entscheidungen – und so stehen die Chancen der Schweizer Athletinnen und Athleten.


Das Restprogramm:

Für die Männer geht es am nächsten Wochenende mit je einem Riesenslalom (Samstag) und Slalom (Sonntag) in Kranjska Gora weiter. Auch bei den Frauen erhalten die Speed-Spezialistinnen eine Pause. Im schwedischen Are stehen zwei Slaloms auf dem Programm. 

Ab dem 17. März geht es dann in Lenzerheide endgültig um die Kristallkugeln. Im Bündnerland gibt es beim grossen Saisonfinale für beide Geschlechter in jeder Disziplin noch die Chance auf wichtige Weltcup-Punkte. Ausserdem steht noch ein Team-Wettkampf an.

Das Restprogramm der Männer

  • 13. bis 14. März: Ein Slalom und ein Riesenslalom (Kranjska Gora)
  • 17. bis 21. März: Je ein Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super-G beim Saisonfinal in Lenzerheide

Das Restprogramm der Frauen

  • 12. bis 13. März: Zwei Slaloms (Are)
  • 17. bis 21. März: Je ein Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super-G beim Saisonfinal in Lenzerheide

Nationenwertung

Die Chancen stehen weiterhin sehr gut, dass die Schweiz den Triumph des Vorjahres, den sie wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie gar nicht richtig feiern konnte, wiederholen kann. Insbesondere die Männer haben dem Swiss-Ski-Team am Wochenende viele Punkte beschert.

Prognose
: Mit einem Vorsprung von mehr als 1000 Punkten geht die Schweiz ins vorletzte Weltcup-Wochenende. Nur noch ein Ski-Wunder kann Österreich helfen, um das Swiss-Ski-Team auf den letzten Metern noch abzufangen. Am 21. März wird der Nationenpokal in Schweizer Händen liegen.  

Gesamtwertung

Mit einem fünften Platz in der Abfahrt und dem Sieg im Super-G hat Marco Odermatt mächtig aufgeholt. Alexis Pinturault hat am vergangenen Wochenende einzig einen 15. Rang im Super-G vorzuweisen, weshalb sein Vorsprung auf weniger als 81 Punkte geschmolzen ist. Mit zwei Glanzresultaten in Slowenien könnte Pinturault aber wieder davonziehen. Bei den Frauen liegt Lara Gut-Behrami noch in Führung, doch Petra Vlhova hat in ihren Heimrennen in Jasna geliefert und 180 von möglichen 200 Punkte geholt. Der Rückstand der Slowakin beträgt nur noch 36 Zähler.

Prognose: Für Odermatt ist wichtig, dem Franzosen im Riesenslalom von Kranjska Gora möglichst viele Punkte abzuluchsen, damit die Chancen auf die grosse Kristallkugel beim Saisonfinale intakt bleiben. Es dürfte bis zum Schluss spannend bleiben. Mit aufgesetzter Schweizer Brille lautet die Prognose: Odermatt schafft's!

Den 36-Punkte-Rückstand wird Vlhova in den beiden anstehenden Are-Slaloms locker wettmachen können. Gut-Behrami muss einerseits auf den einen oder anderen Vlhova-Patzer hoffen und gleichzeitig beim Saisonfinale liefern. Trotz aktuellem Vorsprung wird es für die Tessinerin enorm schwierig, den Gesamtweltcup nach 2016 wieder zu gewinnen – Vlhova wird sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.

Abfahrt

Nach ihrem Unfall auf der Tourenskipiste und dem damit einhergehenden Saisonende kann Sofia Goggia das letzte Rennen der Saison nur noch vom Sofa aus verfolgen. Ihr Vorsprung in der Abfahrtswertung ist zwar theoretisch komfortabel, wird aber aufgrund der bombenstarken Form von Gut-Behrami und Suter wohl trotzdem nicht reichen. Bei den Männern hat Beat Feuz am Wochenende den vielleicht entscheidenden Schritt zum Triumph gemacht.

Prognose: Bei den Frauen werden Corinne Suter und Lara Gut-Behrami die Entscheidung unter sich ausmachen. Die Schwyzerin hat dabei 27 Punkte Vorsprung auf ihre Teamkollegin. So würde selbst ein Sieg der Tessinerin nicht reichen, wenn Suter Zweite wird. Genau dieses Szenario wird eintreffen. Klar ist: Mehr Spannung geht nicht.

Feuz hatte am Samstag Glück, dass die erste Saalbach-Abfahrt – das Ersatzrennen für Wengen beziehungsweise Kvitfjell – wegen schwerer Witterungsbedingungen nach neun Fahrern abgebrochen werden musste. So wurde nur die Abfahrt vom Sonntag gewertet – und da holte der Berner als Zweiter noch ein paar Punkte gegenüber seines Konkurrenten Matthias Mayer heraus. Beim letzten Rennen in Lenzerheide reicht Feuz ein 8. Platz. Feuz' vierte Abfahrtskugel in Folge ist nur noch Formsache!

Super-G

Mit seinem Sieg in Saalbach hat Marco Odermatt die Kugelfeier von Vincent Kriechmayr vertagt. Doch vor dem letzten Rennen ist der Vorsprung des Österreichers noch immer komfortabel. Bei den Frauen hat Lara Gut-Behrami sich die kleine Kristallkugel bereits frühzeitig gesichert.  

Prognose: Auch wenn Odermatt zum Saisonabschluss nochmals zu überzeugen weiss – Doppelweltmeister Kriechmayr wird sich die kleine Kugel souverän holen.

Riesenslalom

Spannend ist das Duell zwischen Odermatt und Pinturault nicht nur im Kampf um die grosse Kugel, sondern auch in der Disziplinenwertung Riesenslalom. Da beträgt die Lücke zwischen den beiden nur 15 Pünktchen. Und auch der Kroate Filip Zubcic hat noch Chancen auf den Coup. 

Bei den Frauen ist die Vorentscheidung am Wochenende gefallen: Marta Bassino reichte in Jasna ein 4. Platz für die Trophäe.

Prognose: Odermatt schnappt nach dem WM-Frust Pinturault noch die Führung weg und holt seine erste kleine Weltcup-Kugel. 

Slalom

Noch zwei Männer-Slaloms stehen auf dem Programm. Ramon Zenhäusern ist der Einzige eines an sich bärenstarken Schweizer Slalom-Teams, der sich noch Hoffnungen auf die kleine Kugel machen kann. Dafür bräuchte es allerdings die gütige Mithilfe von Marco Schwarz, der mit 146 Punkten Vorsprung kaum noch abzufangen ist.

Bei den Frauen ist das Rennen um die kleine Kugel noch völlig offen. Petra Vlhova, Katharina Liensberger, Mikaela Shiffrin und Michelle Gisin liegen nur 105 Punkte auseinander – und es stehen noch drei Slaloms an. 

Prognose: Schwarz gewinnt bei den Männern, Zenhäusern schafft den Turnaround nicht mehr. Michelle Gisin braucht einen Exploit, der ihr durchaus zuzutrauen ist. Am Ende wird es den Zweikampf zwischen Vlhova und Shiffrin geben – mit dem besseren Ende für die US-Amerikanerin.

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