Nati-Trainerin Inka Grings und Kapitänin Lia Wälti erwarten gegen Weltmeister Spanien ein hartes Stück Arbeit. Nichtsdestotrotz hoffen die beiden auf ein gutes Ergebnis.
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- Am Dienstag spielt die Schweiz im Letzigrund im Rahmen der Nations League gegen Weltmeister Spanien.
- Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Aber dennoch hoffen sowohl Trainerin Inka Grings als auch ihre Kapitänin Lia Wälti auf ein gutes Resultat.
- Grings kündigt Veränderungen in der Startelf an und fordert, dass ihre Spielerinnen an die Leistungsgrenze gehen, defensiv alles investieren und mutig nach vorne spielen.
- Lia Wälti lobt die Spanierinnen in höchsten Tönen, sagt aber auch: «Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass jedes Team schlagbar ist. Wir müssen alles daran setzen, dass wir unsere beste Leistung abrufen und sicherlich auch ein bisschen darauf hoffen, dass Spanien nicht ganz alle ihre Qualitäten ausspielen kann.»
- Tickets für Schweiz – Spanien (Kick-off 19:00 Uhr) sind bis zum Spielbeginn via www.ticketmaster.ch erhältlich.
An der Pressekonferenz vor dem Nations-League-Kracher im Letzigrund gegen Spanien stellen Trainerin Inka Grings und ihre Kapitänin Lia Wälti klar, dass sie gegen Spanien in der Aussenseiterrolle sind. Dennoch rechnen sie sich auch Chancen aus – und fünf Gegentore wie in den letzten beiden Partien gegen Spanien (1:5 im WM-Achtelfinal, 0:5 in der Nations League) sollen es auf keinen Fall werden.
«Alle Spielerinnen sind fit und einsatzbereit», so die frohe Kunde von Grings vor dem Hammer-Duell gegen Spanien. Einzig auf die gelbgesperrte Stammspielerin Noelle Maritz muss sie verzichten. Aber es wird nicht der einzige Wechsel bleiben, wie Inka Grings klarstellt «Wir werden sicherlich auf der einen oder anderen Position Veränderungen vornehmen, um auch wieder Spielerinnen zu sehen und zu testen.»
An der Einstellung ihrer Spielerinnen soll sich im Vergleich zum Schweden-Spiel aber nichts ändern: «Wir sollten wieder das gleiche Gesicht zeigen und mit sehr viel Leidenschaft spielen. Auch gegen Spanien müssen wir um unser Leben laufen. Wir müssen alles investieren und versuchen, ihr Spiel etwas zu unterbinden.» Ein Spiel, das geprägt ist von viel Ballbesitz und individueller Klasse. «Die Spanierinnen sind tolle Fussballerinnen, die wirklich mit einer unheimlichen Dynamik kommen und einfach wahnsinnig schwer zu verteidigen sind.»
«Wenn wir ein Tor schiessen und ein paar bekommen, dann freut es mich auch nicht so sehr.»
Nur dem Ball hinterherrennen, das ist aber nicht der Matchplan. «Es ist auch ganz wichtig, dass wir uns treu bleiben und mutig nach vorne spielen. Ich glaube, dass wir bereit dafür sind.» Und was wünscht sie sich von ihrer Mannschaft als Geburtstagsgeschenk. Darf es zum 45. Geburtstag ein Tor sein? Grings überlegt kurz und sagt: «Ein extrem gutes Spiel. Wenn wir ein Tor schiessen und ein paar bekommen, dann freut es mich auch nicht so sehr. Nein, Spass beiseite. Ich möchte, dass sich meine Spielerinnen weiterentwickeln, dass sie sich jetzt auch endlich mal belohnen. Ich glaube, dass wir die Chancen bekommen.»
Freuen tut sich die Nationaltrainerin auch darüber, dass bereits über 7’500 Tickets verkauft wurden. «Ich weiss nicht, ob es das schon einmal gab, was auch ein grossartiges Zeichen ist. Wir freuen uns einfach riesig. In Zürich zu spielen, macht immer Spass. Und wir wollen auch einfach den Frauenfussball zeigen.»
Lia Wälti: «Ich bin der Meinung, dass jedes Team schlagbar ist»
Arsenal-Legionärin Lia Wälti erwartet ebenfalls ein hartes Stück Arbeit: «Wer aktuell gegen Spanien spielen muss … es ist schwierig. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, viele gute Einzelspielerinnen und sie sind in einem guten Flow. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass jedes Team schlagbar ist. Wir müssen alles daran setzen, dass wir unsere beste Leistung abrufen und sicherlich auch ein bisschen darauf hoffen, dass Spanien nicht ganz alle ihre Qualitäten ausspielen kann.»
Auch dass am Abend vor dem Spiel Schweiz-Schreck Aitana Bonmati zur Weltfussballerin gewählt wurde, lässt Wälti auf ein gutes Resultat hoffen: «Vielleicht ist das unsere Chance. Vielleicht gehen noch ein paar Spielerinnen an die Ballon d’Or-Veranstaltung. Und sie haben aktuell auch ein paar andere Dinge im Fokus (Stichwort Kuss-Skandal). Ich hoffe, dass wir das zu unserem Vorteil nutzen können.»
Einfach wird es natürlich nicht und eine weitere Niederlage käme keiner Überraschung gleich. Wäre Wälti eigentlich froh, wenn sie mit der Nati mal wieder gegen einen Gegner spielen dürften, wo sie als klare Favoritinnen ins Spiel gehen? «Phuuu, das ist eine schwierige Frage. Generell bin ich schon Fan davon, wenn man gegen Top-Teams testen kann. Nur so muss man an seine Grenzen gehen. Natürlich sind uns die Grenzen vielleicht ein bisschen hart aufgezeigt worden.»
Dafür hätten in diesen Partien viele Spielerinnen wertvolle Erfahrungen sammeln können. «Aber sicherlich wäre ein Erfolgserlebnis ermutigend für uns und man könnte ein bisschen Selbstvertrauen tanken. Andererseits glaube ich, dass Herausforderungen generell immer etwas Schönes sind. Wenn man die Möglichkeit hat, etwas zu holen. Und ich bin überzeugt, dass in zwei der drei Nations-League-Spiele etwas zu holen gewesen wäre. Wir sind also nah dran.»
Vielleicht klappt es ja am Dienstagabend gegen Spanien tatsächlich und die Wunschschlagzeile von Inka Grings geht in Erfüllung: «Spanien macht Siesta und die Schweiz schafft die Überraschung.»