Am Mittwochmorgen um 8 Uhr fuhren mehrere Militärfahrzeuge auf dem Pausenplatz der Zuger Primarschule Kirchmatt vor. Kinder durften auf den Fahrzeugen posieren und Gewehre in den Händen halten.
Wie die «Zuger Zeitung» berichtet, habe dabei ein Mädchen auch auf andere Mädchen gezielt. Daraufhin sei das Mädchen zurechtgewiesen worden. Man dürfe nur auf Dinge zielen, die man auch treffen wolle.
Hinter der Aktion steckt offenbar ein Vater eines Schülers, der auch Oberst ist. Dieser habe klar gemacht, so schreibt die «Zuger Zeitung», dass bei dem Anlass keine Medien erwünscht seien. Bei einer Berichterstattung würden rechtliche Konsequenzen drohen.
Laut Armeesprecher Stefan Hofer habe ein Kommandant die Fahrzeuge für den Anlass zur Verfügung gestellt.
Verständnis für die Aktion
Schulleiter Dominik Lehner sagt gegenüber der Zeitung, dass man den Schülern verschiedene Arbeitsbereiche nahebringen wolle. «Damit das Lernen möglichst authentisch ist, kommen verschiedene Elternteile in die Klassen und stellen ihren Beruf vor», wird er zitiert.
Regierungsrätin Laura Dittli sagt gegenüber der «Zuger Zeitung», sie habe Verständnis für die Aktion. Vor allem wolle man das Bewusstsein für das Militär in der Bevölkerung stärken, was inbesondere angesichts rückläufiger Zahlen bei den Rekrutierungen wichtig sei. «In rund zehn Jahren dürfen viele dieser Kinder in die Rekrutenschule.»
Den Soldaten hingegen war es laut der Zeitung bei der Aktion nicht wohl. Kurz bevor die Kinder auf den Pausenplatz kamen, so heisst es in dem Artikel, habe einer der Soldaten gesagt: «Wie erklärt man das den Kids? Wenn du hier drückst, sind fünfzig Leute tot?»