Die Schweizer Ski-Stars sorgten an Olympia für einen Medaillenregen und grosse Euphorie. Doch nicht bei allen Swiss-Ski-Athleten kam Begeisterung auf. Einer, der die Selektion knapp verpasste, macht seinem Ärger nun Luft.
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- Während seine Teamkollegen bei Olympia fleissig Medaillen sammelten, musste Justin Murisier vor dem TV zuschauen.
- Der 34-jährige Walliser ärgert sich, dass in einem Olympischen Skirennen «höchstens 25 richtig gut Skifahren können».
- Er habe zwar nichts gegen Exoten bei Olympia, findet es aber schade, dass einige Top-Athleten zum Zuschauen verdonnert werden. «Das ist nicht im Sinne des Sports», sagt Murisier.
Mit acht Medaillen haben die Schweizer Ski-Cracks in Milano/Cortina mehr als die Hälfte aller möglichen Medaillen gewonnen. In fast jeder Disziplin gab es Gold für die Schweiz, einzig im Riesenslalom musste sich Swiss-Ski mit Silber und Bronze «begnügen». Franjo von Allmen, Marco Odermatt, Loïc Meillard und Tanguy Nef lieferten ab. Insgesamt gab es acht Medaillen für die Schweizer Männer – eine Machtdemonstration.
Auch Justin Murisier hätte gerne um die Medaillen gekämpft. Der 34-Jährige, der vor einem Jahr in der Abfahrt von Beaver Creek seinen ersten und bislang einzigen Weltcupsieg feierte, hatte die Selektionskriterien aber ganz knapp verpasst. Der Walliser wurde zum Zuschauen verdonnert. Genauso wie andere Cracks wie Youngster Alessio Miggiano, welcher der Regel zum Opfer fiel, dass die Schweiz nur elf Athleten nominieren durfte.
Nichts gegen die Exoten, aber ...
Murisier gibt zu, dass es nicht einfach für ihn war, vor dem TV zu sitzen. «Es macht mich traurig, wenn in der Abfahrt gerade mal 34 Rennfahrer am Start stehen, von denen höchstens 25 richtig gut Skifahren können», sagt Murisier dem «Blick». «Es kann einfach nicht sein, dass Athleten, die das Potenzial für den Gewinn einer Medaille hätten, zu Hause bleiben müssen und beim wichtigsten Rennen der letzten vier Jahre irgendwelchen Exoten zuschauen müssen.»
Nicht nur in der Abfahrt sei das ein Problem gewesen, sondern auch in den technischen Disziplinen. «Nach dem ersten Durchgang im Olympia-Slalom lag der Dreissigste über 8 Sekunden hinter der Bestzeit. Das ist keine gute Werbung für unseren Sport», redet Murisier Klartext.
Er habe zwar nichts gegen Exoten bei Olympischen Spielen. «Aber vor diesen Exoten müssten die Top-30 in der Weltrangliste ins Rennen gehen. Doch aufgrund der Olympiaregelung dürfen diverse Top-30-Athleten gar nicht starten. Und das ist nicht im Sinne des Sports.»