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Ukraine-Übersicht Putin schickt weitere Militärfahrzeuge nach Belarus +++ Ukraine zerstört russische Flugabwehrsysteme
red./Agenturen
18.12.2022
Kremlchef Putin soll nächste Woche eine grosse Ankündigung machen, meldet das Staats-TV. Der ukrainische Präsident Selenskyj befürchtet derweil neue Angriffe auf die Infrastruktur. Mehr im Ticker.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist zwei Tage nach massiven russischen Raketenangriffen die Wärmeversorgung Behördenangaben zufolge wiederhergestellt. «Die Stadt nimmt nach dem jüngsten Beschuss alle Dienstleistungen wieder auf, insbesondere wurde die Wärmeversorgung der Hauptstadt vollständig wiederhergestellt», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Sonntag in seinem Telegram-Kanal mit.
Insgesamt dauert der russische Angriffskrieg inzwischen fast 300 Tage. Nach einer Reihe schmerzhafter militärischer Niederlagen hat Moskau im Herbst damit begonnen, gezielt die zivile Infrastruktur der Ukraine zu beschiessen. Die Angriffe auf die Energieversorgung im Winter dienen offenbar dazu, die Kriegsmüdigkeit der ukrainischen Bevölkerung zu erhöhen und Kiew zur Aufgabe zu bewegen.
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola bekräftigte diesbezüglich die Forderung des EU-Parlaments nach der «Einrichtung eines Sondertribunals für das Verbrechen der Aggression, das gegen die Ukraine begangen wurde». Ausserdem fordere das Parlament, alle für Verbrechen verantwortlichen russischen Täter vor Gericht zu stellen, sagte die EU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
«Die Kriegsverbrechen an Ukrainern, für die es immer mehr Beweise gibt, und die fortgesetzte Zerstörung der zivilen Infrastruktur stellen eine grobe Verletzung des Völkerrechts dar», sagte Metsola. Zudem sei es ein Hauptziel, auch Kremlchef Wladimir Putin für die Kriegsverbrechen in der Ukraine vor einem internationalen Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Metsola forderte gleichzeitig eine stärkere Unterstützung der Ukraine – finanziell, humanitär wie auch militärisch.
Russisches Staatsfernsehen spricht von wichtiger Ankündigung Putins
Russlands Präsident Putin wird in der bevorstehenden Woche bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums nach Angaben russischer Staatsmedien eine wichtige Ankündigung machen. «Wir warten auf wichtige Erklärungen», sagte der Moderator der Sendung «Moskau.Kreml.Putin», Pawel Sarubin, beim Staatssender WGTRK am Sonntag. Putin wird demnach die alljährliche erweiterte Sitzung des Verteidigungsministeriums leiten.
Ein genauer Termin für die Sitzung ist noch nicht bekannt. Allerdings wird Putin am Montag in Minsk zu Gesprächen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko erwartet. Zuletzt hatte der Kremlchef bereits bei einer Regierungssitzung gefordert, die Rüstungspläne anzupassen.
Kiew: Russische Munitionslager und Flugabwehrsysteme zerstört
Die ukrainischen Streitkräfte haben bei Kämpfen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mindestens zwei russische Munitionslager und Stellungen von Flugabwehrsystemen zerstört. Das teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Die Luftwaffe habe mehrere Einsätze geflogen. Ortsangaben wurden dabei jedoch nicht gemacht.
Bei erbitterten Kämpfen um die Stadt Bachmut im Donbass seien den russischen Truppen schwere Verluste zugefügt worden. Dort sei eine russische Einheit in Stärke von 400 bis 800 Mann in einen sorgfältig vorbereiteten Hinterhalt geraten und «ausser Gefecht gesetzt» worden, teilte in Kiew Präsidentenberater Olexij Arestowitsch mit. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.
Russischer Verteidigungsminister inspiziert Front in der Ukraine
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu besuchte nach Behördenangaben am Sonntag die Positionen des russischen Militärs in der Ukraine. Er habe die Frontstellungen der russischen Einheiten besichtigt, die Berichte der Kommandeure angehört und mit einfachen Soldaten gesprochen. Diesen habe er auch für ihre «beispielhafte Pflichterfüllung» gedankt. Beim Besuch sei es vor allem um die Versorgung der Streitkräfte gegangen. Nach der von Putin im September befohlenen Teilmobilmachung hatten zahlreiche Rekruten darüber geklagt, nur unzureichend ausgerüstet und ausgebildet in die Ukraine geschickt worden zu sein.
Putin schickt weitere Militärfahrzeuge nach Belarus
Vor seinem Besuch beim belarussischen Machthaber Lukaschenko am Montag in Minsk hat Kremlführer Putin weiteres militärisches Equipment auf das Staatsgebiet von Belarus verlegt. Das berichtet das unabhängige belarussische Militärbeobachtungsmedium «Belaruski Hajun». So sollen in den vergangenen Tagen 50 gepanzerte Militärfahrzeuge in Belarus eingetroffen sein. Bereits am 11. Dezember sei ein Militärkonvoi mit 30 neuen Militärfahrzeugen im russischen Nachbarland angekommen. Die neu gelieferte Militärausrüstung soll laut «Belaruski Hajun» dazu dienen, die russischen Streitkräfte auf dem Osipovichi-Polygon zu verstärken. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Informationen noch nicht.
Kremlchef Putin besucht Lukaschenko in Minsk
Russlands Präsident Wladimir Putin wird an diesem Montag bei seinem ersten Besuch in Belarus seit Jahren Machthaber Alexander Lukaschenko treffen. Unter anderem wollen die beiden Langzeit-Staatschefs über die strategische Partnerschaft der beiden Länder sprechen, die einen Unionsstaat bilden, sowie über regionale und internationalen Fragen. Putin, der seinen Kollegen zuletzt 2019 in Minsk besucht hatte, wird bei diesem Arbeitsbesuch von mehreren Regierungsmitgliedern begleitet.
Schweiz nimmt vorerst keine Resettlement-Flüchtlinge mehr auf
Justizministerin Karin Keller-Sutter (FDP) hat das «Resettlement-Programm» zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge vorübergehend ausgesetzt. Ihr Departement argumentiert mit den ausgeschöpften Kapazitäten im Asylbereich.
Das Resettlement-Programm sei seit dem 30. November sistiert und werde im Frühjahr neu bewertet, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag auf Anfrage mit. Es bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag» und der Westschweizer Zeitung «Le Temps».
Die Ereignisse des Tages in der Übersicht
Das Wichtigste in Kürze
- Vor seinem Besuch beim belarussischen Machthaber Lukaschenko am Montag in Minsk hat Kremlführer Putin weiteres militärisches Equipment auf das Staatsgebiet von Belarus verlegt.
- Die ukrainischen Streitkräfte haben bei Kämpfen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mindestens zwei russische Munitionslager und Stellungen von Flugabwehrsystemen zerstört.
- Kremlchef Wladimir Putin wird in der kommenden Woche bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums nach Angaben russischer Staatsmedien eine bedeutende Ankündigung machen.
- Die Kämpfe in der Ostukraine dauern an. Die russischen Truppen setzen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe im Gebiet Donezk in der Ostukraine von günstigeren Positionen aus fort.
- Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürchtet weitere Angriffe auf das Energienetz des Landes. Er fordert vom Westen Waffensysteme, um die Infrastruktur zu schützen.
- Zwei Tage nach den russischen Raketenangriffen vom Freitag ist die Wärmeversorgung in Kiew wieder herstellt. Das vermeldet der Bürgermeister der Hauptstadt, Witali Klitschko, am Sonntag.
- Eine Übersicht zu den Ereignissen vom Samstag gibt es hier.
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LivetickerNeue Beiträge
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Liveticker beendet
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22 Uhr
Wir beenden den Live-Ticker am Sonntag
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21.12 Uhr
Ukraine befürchtet russische Raketen zum Neujahr
Die ukrainische Militärführung befürchtet neue russische Raketenangriffe zum Jahreswechsel. Wie Armeesprecher Juri Ignat am Sonntag erklärte, werde nicht ausgeschlossen, dass der Gegner zum Jahresende auf diese Art «gratuliere». «Sie haben einen klaren Plan, in dem sie prioritäre Ziele festgeschrieben haben.» Dabei solle der Ukraine möglichst grosser Schaden zugefügt werden.
«Und abhängig davon, wo es uns am meisten schmerzt, dorthin werden sie auch zielen, so gemein, so dreist und so schmerzhaft wie möglich», wurde Ignat weiter von der Staatsagentur Unian zitiert. Zudem werde das Datum der nächsten Angriffe so gelegt, «um es dem Diktator (Wladimir Putin) recht zu machen». Die Angriffe zum Jahreswechsel sollten aber auch dem «inneren Publikum», also der russischen Bevölkerung, gefallen.
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20.35 Uhr
Putin schickt weitere Militärfahrzeuge nach Belarus
Vor seinem Besuch beim belarussischen Machthaber Lukaschenko am Montag in Minsk hat Kremlführer Putin weiteres militärisches Equipment auf das Staatsgebiet von Belarus verlegt. Das berichtet das unabhängige belarussische Militärbeobachtungsmedium «Belaruski Hajun». So sollen in den vergangenen Tagen 50 gepanzerte Militärfahrzeuge in Belarus eingetroffen sein. Bereits am 11. Dezember sei ein Militärkonvoi mit 30 neuen Militärfahrzeugen im russischen Nachbarland angekommen. Die neu gelieferte Militärausrüstung soll laut «Belaruski Hajun» dazu dienen, die russischen Streitkräfte auf dem Osipovichi-Polygon zu verstärken. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Informationen noch nicht.
Russia transferred at least 50 more Ural trucks to Belarus.@belzhd_live reports that on December 16 at around 01:00, another echelon with equipment of the Russian Armed Forces arrived in Belarus from Russia.
— Belarusian Hajun project (@MotolkoHelp) December 18, 2022
1/4 pic.twitter.com/slid2Deq33 -
19.08 Uhr
Selenskyj würde mit Putin in den Ring steigen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) würde gerne und jederzeit für einen Zweikampf mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin (70) in der Ring steigen. «Immer, immer», sagte er am Sonntag auf eine entsprechende Frage in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender TF1. «Ein echter Mann, wenn er jemandem etwas sagen will, oder wenn er - wie sagt man das, ihm eine in die Fresse hauen will - dann macht er das selber, und schickt nicht irgendwelche Mittelsleute.»
Er selber würde dafür keine Mittelsleute brauchen, betonte Selenskyj. Er sei immer offen für solche Vorschläge. Ob er bereit sei für einen Zweikampf mit Putin? «Von mir aus schon morgen», lachte Selenskyj. «Das wird dann der letzte Gipfel für den Präsidenten der Russischen Föderation.»
Ausgangspunkt dieser Diskussion war ein Bericht der Zeitung «Le Monde», wonach der französische Präsident Macron seinem russischen Kollegen Putin gesagt haben soll, er gehe jetzt boxen. Daraufhin habe Putin ihm empfohlen, er solle sich vorstellen, dabei Selenskyj zu schlagen.
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18.47 Uhr
Kiew: Russische Munitionslager und Flugabwehrsysteme zerstört
Die ukrainischen Streitkräfte haben bei Kämpfen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mindestens zwei russische Munitionslager und Stellungen von Flugabwehrsystemen zerstört. Das teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Die Luftwaffe habe mehrere Einsätze geflogen. Ortsangaben wurden dabei jedoch nicht gemacht.
Bei erbitterten Kämpfen um die Stadt Bachmut im Donbass seien den russischen Truppen schwere Verluste zugefügt worden. Dort sei eine russische Einheit in Stärke von 400 bis 800 Mann in einen sorgfältig vorbereiteten Hinterhalt geraten und «ausser Gefecht gesetzt» worden, teilte in Kiew Präsidentenberater Olexij Arestowitsch mit. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im Laufe des Tages geriet die russisch kontrollierte Grossstadt Donezk mehrmals unter Artilleriebeschuss. Dabei sei ein Krankenhaus getroffen worden, berichtete die russische Staatsagentur Tass unter Berufung auf örtliche Behörden. Wegen des dabei entstandenen Brandes habe die Evakuierung von Personal und Patienten begonnen.
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18.18 Uhr
Nobelpreisträgerin: Kriegsverbrecher-Tribunal rettet Leben
Die Einrichtung eines Tribunals für russische Kriegsverbrechen kann nach Einschätzung der ukrainischen Friedensnobelpreisträgerin Olexandra Matwijtschuk bereits kurzfristig Einfluss auf das Vorgehen der russischen Armee in ihrem Land haben.
«Schon wenn wir die ersten Schritte zu einem internationalen Tribunal gehen, sendet das ein Signal an die Täter, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden», sagte die Juristin dem «Tagesspiegel». «Das kann möglicherweise Leben retten.» Gemeinsam mit Partnern und Zeugen habe man 27’000 Fälle von Kriegsverbrechen dokumentiert. «Das ist nur die Spitze des Eisbergs.»
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte schon im September vor der UN-Vollversammlung für ein Sondertribunal geworben. Matwijtschuk hatte für das von ihr geleitete «Zentrum für bürgerliche Freiheiten» den Friedensnobelpreis entgegengenommen.
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17.41 Uhr
Kremlchef Putin besucht Lukaschenko in Minsk
Russlands Präsident Wladimir Putin wird an diesem Montag bei seinem ersten Besuch in Belarus seit Jahren Machthaber Alexander Lukaschenko treffen. Unter anderem wollen die beiden Langzeit-Staatschefs über die strategische Partnerschaft der beiden Länder sprechen, die einen Unionsstaat bilden, sowie über regionale und internationalen Fragen. Putin, der seinen Kollegen zuletzt 2019 in Minsk besucht hatte, wird bei diesem Arbeitsbesuch von mehreren Regierungsmitgliedern begleitet.
⚡️General: Putin will push for Belarus' broader involvement in war against Ukraine.
— The Kyiv Independent (@KyivIndependent) December 18, 2022
Putin and Lukashenko are expected to discuss "broader involvement” of the Belarusian military in the war at their planned meeting on Dec. 19, according to Lieutenant General Serhiy Naiev.Nach Verhandlungen in grösserer Runde wollen sich Putin und Lukaschenko zu Einzelgesprächen zurückziehen. Belarus ist wirtschaftlich von Russland abhängig, Lukaschenko lebt von Putins Krediten. Zudem haben vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beide Ex-Sowjetrepubliken ihre militärische Zusammenarbeit deutlich ausgebaut. Belarus stellt etwa seine Militärbasen für Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung.
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16.58 Uhr
Schweiz nimmt vorerst keine Resettlement-Flüchtlinge mehr auf
Justizministerin Karin Keller-Sutter (FDP) hat das «Resettlement-Programm» zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge vorübergehend ausgesetzt. Ihr Departement argumentiert mit den ausgeschöpften Kapazitäten im Asylbereich.
Das Resettlement-Programm sei seit dem 30. November sistiert und werde im Frühjahr neu bewertet, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag auf Anfrage mit. Es bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag» und der Westschweizer Zeitung «Le Temps».
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15.20 Uhr
Ukrainischer Vorentscheid für Eurovision in U-Bahn-Station
Wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs hat die Ukraine den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) in einer zum Bombenschutzbunker umgebauten Kiewer U-Bahn-Station abgehalten.
Die Gruppe TVORCHI habe den Ausscheid gewonnen, heisst es auf der offiziellen Homepage des ESC. TVORCHI ist ein Elektropop-Duo, bestehend aus Andrij Guzuljak und Sänger Jefferey Kenny, das 2018 in Ternopil gegründet wurde. Die beiden Musiker haben sich beim Pharmaziestudium in der westukrainischen Grossstadt kennengelernt. Der Sieg beim ESC-Vorausscheid am späten Samstagabend ist ihr bislang grösster Erfolg.
2022 hatte das Kalush Orchestra aus der Ukraine den Eurovision Song Contest gewonnen. Dementsprechend hätte Kiew eigentlich das Übertragungsrecht für das ESC-Finale im kommenden Jahr gehabt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken durch den russischen Angriffskrieg wurde das Finale aber nach Grossbritannien verlegt.
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15.14 Uhr
Ukraine berichtet von Toten bei andauerndem Beschuss
Russische Invasionstruppen haben nach ukrainischen Angaben das Zentrum Chersons beschossen. Dabei seien in der Stadt am Sonntag drei Menschen verletzt worden, teilte das Büro von Präsident Wolodymyr Selensykyj mit. Der örtliche Gouverneur Jaroslaw Januschewytsch sagte, bei 54 russischen Angriffen mit Raketen, Granaten und Panzerkanonen seien am Vortag in der Region Cherson drei Menschen getötet und sechs verletzt worden.
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14.52 Uhr
Toter und Verletzte bei Beschuss russischer Grenzstadt Belgorod
Beim Beschuss der nahe der Grenze zur Ukraine gelegenen Grenzregion Belgorod hat es nach Behördenangaben einen Toten und acht Verletzte gegeben. «Über Belgorod und dem Umland war unsere Flugabwehr im Einsatz. Es gibt Folgen auf dem Boden», teilte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, am Sonntag in seinem Telegram-Kanal mit.
Einschläge gab es demnach sowohl im Stadtzentrum als auch in einem nahe gelegenen Zuchtbetrieb für Hühner. Dort kam auch ein Arbeiter ums Leben, der mit dem Bau einer neuen Stallanlage beschäftigt war. Von den acht Verletzten mussten sieben ins Krankenhaus, einer liegt auf der Intensivstation. Mehrere Wohnhäuser und Autos wurden beschädigt.
Explosions are being reported in #Russian #Belgorod. pic.twitter.com/ii9iFino4f
— NEXTA (@nexta_tv) December 18, 2022 -
14.07 Uhr
Kiewer basteln einen leuchtenden Weihnachtsbaum mit alternativer Stromquelle
Immer wieder fällt im Zuge der russischen Bombardierung Kiews und der kritischen Infrastruktur in der Ukraine grossflächig der Strom aus. In der Hauptstadt wollen die Einwohner auf einen leuchtenden Weihnachtsbaum trotzdem nicht verzichten. Im Hauptbahnhof hat die Stadtverwaltung einen Christbaum aufgebaut, der bei Stromausfall an einen Heimtrainer angeschlossen werden kann, damit auch unter feindlichem Beschuss die Lichter weiter funkeln können.
War? Blackout? No Christmas tree?
— Alexander Kamyshin (@AKamyshin) December 17, 2022
You never guess what we invented :))) pic.twitter.com/uKQKPIWeW3 -
13.34 Uhr
Wichtige Ankündigung von Putin erwartet
Kremlchef Wladimir Putin wird in der kommenden Woche bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums nach Angaben russischer Staatsmedien eine bedeutende Ankündigung machen. «Wir warten auf wichtige Erklärungen», sagte der Moderator Pawel Sarubin beim Staatssender WGTRK am Sonntag. Putin wird demnach die alljährliche erweiterte Sitzung des Verteidigungsministeriums leiten.
Ein genauer Termin für die Sitzung ist noch nicht bekannt. Allerdings wird der Kremlchef am Montag in Minsk zu Gesprächen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko erwartet.
In der abgelaufenen Woche hatte Putin bereits bei einer Regierungssitzung gefordert, die Rüstungspläne anzupassen. Als möglich gilt, dass der 70-Jährige die Umstellung der eigenen Ökonomie auf eine Kriegswirtschaft weiter forciert, da die eigenen Truppen im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin Probleme mit der Versorgung haben. Wegen der anhaltenden Schwierigkeiten im Krieg hat Putin in den vergangenen Wochen das Thema weitgehend gemieden und auch die traditionelle Jahrespressekonferenz kurz vor Weihnachten absagen lassen.
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11.47 Uhr
EU-Parlamentspräsidentin: «Mehr Waffen für die Ukraine»
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola fordert zusätzliche finanzielle und militärische Unterstützung für die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg. «Dieser Krieg muss dringend beendet werden. Und die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen», sagte Metsola den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag. Dies bedeute «mehr Waffen für die Ukraine, mehr finanzielle und humanitäre Hilfe, mehr praktische Solidarität und mehr Sanktionen gegen Russland».
Metsola erklärte, sie sei auf EU-Ebene «stolz auf die Unterstützung, die wir der Ukraine seit Beginn dieses ungerechtfertigten Krieges anbieten». Allerdings könne die EU «noch mehr tun», sie begrüsse daher das jüngst beschlossene neunte Sanktionspaket gegen Russland.
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10.56 Uhr
Wärmeversorgung in Kiew wieder hergestellt
Zwei Tage nach den russischen Raketenangriffen ist die Wärmeversorgung in Kiew nach Behördenangaben wiederhergestellt. «Die Stadt nimmt nach dem jüngsten Beschuss alle Dienstleistungen wieder auf, insbesondere wurde die Wärmeversorgung der Hauptstadt vollständig wiederhergestellt», teilte Bürgermeister Witali Klitschko am Sonntag auf dem Nachrichtendienst Telegram mit.
Die kommunale Wohnungsverwaltung werde im Laufe des Tages noch in einzelnen Häusern arbeiten, wo Probleme auftauchen könnten.
Am Freitag hatte die russische Armee massive Raketenangriffe auf die Ukraine gestartet. Insgesamt feuerte das russische Militär mehr als 70 Raketen auf das Nachbarland ab. Nachdem kritische Infrastrukturobjekte in Kiew getroffen wurden, fiel die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung der Hauptstadt aus.
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10.24 Uhr
ESC-Vorentscheid wurde im Bunker gefällt
Wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs hat die Ukraine den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) in einer zum Bombenschutzbunker umgebauten Kiewer U-Bahn-Station abgehalten.
Die Gruppe Tvorchi habe den Ausscheid gewonnen, wurde am Samstagabend bekanntgegeben. Tvorchi ist ein Elektropop-Duo, bestehend aus Andrij Guzuljak und Sänger Jefferey Kenny, das 2018 in Ternopil gegründet wurde. Die beiden Musiker haben sich beim Pharmaziestudium in der westukrainischen Grossstadt kennengelernt. Der Sieg beim ESC-Vorausscheid ist ihr bislang grösster Erfolg.
2022 hatte das Kalush Orchestra aus der Ukraine den Eurovision Song Contest gewonnen. Dementsprechend hätte Kiew eigentlich das Übertragungsrecht für das ESC-Finale im kommenden Jahr gehabt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken durch den russischen Angriffskrieg wurde das Finale aber nach Grossbritannien verlegt.
Auch der Vorausscheid in Kiew war von russischen Attacken überschattet. Die Veranstaltung wurde aus einer U-Bahn-Station übertragen, russische Raketenattacken legten derweil am gleichen Tag Strom-, Wasser- Wärmeversorgung der ukrainischen Hauptstadt lahm.
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10.18 Uhr
London: Moskau will Truppenmoral mit Operngesang erhöhen
Nach Einschätzung britischer Geheimdienste will Moskau mit Musik und Kultur die Moral seiner eigenen Truppen im Ukraine-Krieg stärken. Vor einigen Tagen seien zwei sogenannte «kreative Brigaden» mit Opernsängern, Schauspielern und Zirkusleuten angekündigt worden, die an der Front zum Einsatz kommen sollen, hiess es am Sonntag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums auf Twitter.
Die Briten mutmassen, dass Russland die Kultur- und Unterhaltungsoffensive eng mit ideologisch geprägter politischer Bildung verbindet. Dies sei bei den Russen seit Sowjetzeiten eng verflochten.
Gleichzeitig wird in London angezweifelt, dass der Kreml damit die Moral der russischen Truppen tatsächlich stärken kann. Die grössten Probleme der Russen seien weiterhin die hohe Zahl an Gefallenen, mangelhafte Führung, Probleme bei der Besoldung und lückenhafte Ausstattung. Bei diesen Herausforderungen könnten die kreativen Brigaden wohl wenig ausrichten, hiess es.
Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 18 December 2022
— Ministry of Defence 🇬🇧 (@DefenceHQ) December 18, 2022
Find out more about the UK government's response: https://t.co/ssnfSJnQ3o
🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 pic.twitter.com/e2bZ7yBJJJ -
9.39 Uhr
Ukrainer interessieren sich für alte Schweizer Fahrzeuge
Ukrainische Soldaten interessieren sich offenbar für ehemalige Fahrzeuge der Schweizer Armee. Die Lieferwagen der Marke Mercedes, die auf einer Online-Plattform zum Verkauf ausgeschrieben sind, sollen in der Ukraine Personen und Gerät transportieren. Über Social Media sammeln die Soldaten jetzt Spenden für den Kauf der Lastwagen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.
Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) können die Soldaten die Fahrzeuge kaufen: «Die Transporter gelten nicht als Rüstungsgüter, auch nicht als Dual-Use-Güter und auch nicht als Güter zur militärischen und technologischen Stärkung oder zur Entwicklung des Verteidigungs- und Sicherheitssektors», wird Fabian Maienfisch vom Seco zitiert.
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9.01 Uhr
Schoigu inspiziert russische Truppen an der Front
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat nach Behördenangaben die Positionen des russischen Militärs in der Ukraine besucht. «Der Leiter der russischen Militärbehörde hat die Stationierungsräume der Streitkräfte abgeflogen und die Frontstellungen der russischen Einheiten im Gebiet der speziellen Militäroperation besichtigt», teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit. In Russland wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell nur «spezielle Militäroperation» genannt. Unterlegt ist der Text mit einem Video, das Schoigu im Helikopter zeigt.
In dem Beitrag heisst es weiter, dass sich Schoigu die Berichte der Kommandeure angehört und mit einfachen Soldaten gesprochen habe. Diesen habe er auch für ihre «beispielhafte Pflichterfüllung» gedankt.
Beim Truppenbesuch sei es vor allem um die Versorgung der Streitkräfte gegangen. Nach der von Kremlchef Wladimir Putin im September befohlenen Teilmobilmachung hatten zahlreiche Rekruten darüber geklagt, nur unzureichend ausgerüstet und ausgebildet in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geschickt worden zu sein.
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8.29 Uhr
Genfer Technik in russischen Raketen
Bei den russischen Angriffen auf die Energieversorgung in der Ukraine war laut dem «SonntagsBlick» auch Schweizer Technik im Spiel. Ein Forscherteam der britischen Denkfabrik Royal United Services Institute (Rusi) habe Überreste der russischen Hightechraketen Kh-101 untersucht und dabei Mikroprozessoren der Genfer Firma STMicroelectronics gefunden, heisst es in einem Bericht.
Die Genfer Firma reagierte nicht auf Fragen der Zeitung. Stellung nahm dagegen der Bund. Antje Baertschi, Sprecherin beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), sagte: «Wir haben Kenntnis von Komponenten mit Bezug zur Schweiz, die in russischen Waffensystemen in der Ukraine aufgefunden worden sind.» Die bisherigen Abklärungen hätten ergeben, dass es sich bei den Bauteilen um industrielle Massengüter handle, die bis zum Kriegsbeginn im Februar keinen Handelsbeschränkungen unterlagen.
Chronologie des Krieges in der UkraineChronologie des Krieges in der Ukraine -
8.12 Uhr
Baerbock: «Wenn Putin es will, dann ist der Krieg morgen vorbei»
Deutschlands Aussenministerin Annalena Baerbock hat sich gegen eine Waffenruhe zu russischen Konditionen in der Ukraine ausgesprochen. Diese würde den «Schrecken» der Menschen in der Ukraine nicht beenden – «im Gegenteil», sagte Baerbock der «Bild am Sonntag». Niemand ausser dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe den Krieg begonnen, «und wenn Putin es will, dann ist der Krieg morgen vorbei», fügte sie hinzu.
Leider gebe es «alles andere als ehrliche Anzeichen» für einen Abzug der russischen Truppen, sagte die Grünen-Ministerin. Am schlimmsten sei die Lage für die Menschen in den besetzten Gebieten. «Hier fehlt es nicht nur an Strom und Wärme, nicht einmal internationale Hilfslieferungen kommen hierher durch», sagte Baerbock. «Jeden Tag leben die Menschen in Angst vor Verschleppung, Folter, Mord durch die russischen Besatzungstruppen.»
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7 Uhr
Selenskyj hofft auf Waffensysteme, um Infrastruktur zu schützen
Nach den schwersten russischen Raketenangriffen seit Wochen arbeitet die Ukraine bei Regen und Kälte weiterhin an der Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung. Für fast sechs Millionen Menschen sei nach den Attacken gegen die Energieinfrastruktur die Stromversorgung wiederhergestellt, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag in seiner in Kiew allabendlich verbreiteten Videobotschaft.
«Die Reparaturarbeiten gehen weiter», sagte Selenskyj und bezeichnete die Angriffe vom Freitag erneut als «Terrorangriff». Russland hatte mehr als 70 Raketen auf das Land abgefeuert.
Selenskyj forderte die internationale Gemeinschaft angesichts der schweren Schäden auf, der Ukraine die Mittel für den Schutz ihres Luftraums zu geben. Gemeint ist ein effektives Flugabwehrsystem. «Ihr könnt das tun. Ihr könnt unseren Menschen Schutz bieten – 100 Prozent Schutz gegen diese terroristischen russischen Schläge», sagte Selenskyj.
Seinen Angaben zufolge wartet die Ukraine auf letzte Zustimmungen zur Lieferung der Waffen. Selenskyj hofft etwa auf die Patriot-Flugabwehrsysteme aus den USA. So sollen Schäden an der Infrastruktur künftig verhindert werden.
«Probleme mit der Heizung, grosse Probleme mit der Wasserversorgung bleiben weiter bestehen», sagte Selenskyj. Demnach sind noch immer Millionen Menschen von Stromausfällen und anderen Einschränkungen betroffen. Am schwierigsten ist die Situation in der Stadt Kiew und in der Region, aber auch in Winnyzja und Umgebung und in Lwiw (Lemberg). Auch in anderen Regionen wie in Odessa, Poltawa und Dnipropetrowsk gebe es weiterhin Stromausfälle.
Die Ukraine hatte am Freitag von mehr als 70 Raketenangriffen gesprochen, von denen die meisten durch die Flugabwehr abgefangen worden seien. Durch die Treffer und Schäden fiel erneut in vielen Regionen die Strom- und Wasserversorgung aus. Unter anderem in der Hauptstadt Kiew und in der Region Charkiw berichteten die Behörden von Fortschritten bei der Wiederherstellung der Versorgung. Im Kiewer Gebiet hiess es, dass noch 50 Prozent der Haushalte keinen Strom hätten.