Nächster Paukenschlag Sauna-Gate und Polizei-Zoff – Bülach ZH versinkt vor Wahlen im Chaos

Sven Ziegler

24.2.2026

In Bülach herrscht aktuell Chaos.
In Bülach herrscht aktuell Chaos.
IMAGO

Zwei Wochen vor den Gesamterneuerungswahlen kommt Bülach nicht zur Ruhe. Nach dem Sauna-Skandal in der Kläranlage folgt der nächste Paukenschlag: Der Präsident der Untersuchungskommission tritt zurück – und ein brisanter Bericht zur Stadtpolizei darf vorerst nicht veröffentlicht werden.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In Bülach ZH wurde eine geheime Wellnessanlage in der Kläranlage publik.
  • Parallel untersucht eine PUK seit einem Jahr Vorgänge bei der Stadtpolizei.
  • Der PUK-Präsident tritt überraschend zurück, und ein Zwischenbericht darf vor den Wahlen nicht erscheinen.

In der Kläranlage von Bülach ZH wurde ein versteckter Wellnessbereich entdeckt – mit Sauna, Mehrpersonen-Badewanne, Dusche und Fitnessgeräten im Untergeschoss. Laut einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission existiert die Anlage spätestens seit dem Jahr 2000.

Brisant: Die zuständige Stadträtin Andrea Spycher (SVP) wusste seit 2021 davon, informierte die Öffentlichkeit jedoch nicht. Rückblickend räumte sie ein, dass eine transparentere Kommunikation angebracht gewesen wäre.

Auch Stadtpolizei hat Probleme

Doch damit nicht genug. Seit rund einem Jahr befasst sich eine Parlamentarische Untersuchungskommission mit Vorgängen bei der Stadtpolizei Bülach, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Im Zentrum stehen personelle Abgänge und mutmassliche Missstände innerhalb der Verwaltung.

Für die Abklärungen wurde ursprünglich ein Kredit von 100'000 Franken gesprochen. Weil dieser ausgeschöpft ist, genehmigte das Parlament nun zusätzliche 90'000 Franken.

Rücktritt kurz vor Wahl

Mitten in dieser aufgeheizten Lage tritt auch noch der Präsident der Untersuchungskommission, Thomas Obermayer (SVP), überraschend zurück. Er verlässt nicht nur die Kommission, sondern per sofort auch das Stadtparlament – obwohl er für die kommenden Wahlen prominent auf Listenplatz zwei kandidierte. Als Grund nannte er private Motive.

Die Leitung der PUK übernimmt nun Laura Hartmann.

Besonders heikel: Ein angekündigter Zwischenbericht zur Untersuchung sollte noch vor den Wahlen veröffentlicht werden. Daraus wird vorerst nichts. Der Bezirksrat untersagte die Publikation per Präsidialverfügung.

Begründung: Das Geschäftsreglement sehe lediglich einen Schlussbericht vor, keinen Zwischenbericht. Damit bleiben die bisherigen Erkenntnisse bis nach dem Urnengang unter Verschluss.