
Schon der erste der drei White-Turf-Renntage verspricht Hochspannung. Als Haupt-Event steht am Sonntag der Sprint-Grand-Prix an.
Unter den 43 Pferden am ersten Renntag figurieren elf Gäste aus Deutschland, Irland, Österreich und Ungarn. In allen sechs Rennen mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 100'000 Franken werden die Pferde aus Schweizer Quartieren gefordert. Wie jedes Jahr treffen erfahrene Schneespezialisten auf hochkarätige Herausforderer, die erstmals über die ungewohnte Piste aus Eis und Schnee galoppieren oder traben. Dies macht die besondere Spannung vor dem ersten White Turf-Renntag aus.
Schneerennen haben ihre eigenen Gesetze. Manch ein Pferd, das im Unterland Top-Leistungen zeigt, kann sein Können im Engadin nicht voll ausschöpfen. Andere hingegen, die auf Gras oder Sand nur mittelmässig laufen, wachsen auf Schnee geradezu über sich hinaus.
Nach rund einem halben Meter Neuschnee zu Beginn der Woche hatten die Organisatoren des Rennvereins St. Moritz einiges zu tun. Gemäss Dennis Schiergen, Head of Racing, soll die Durchführung der Rennen gesichert sein: «Es ist sehr viel Schnee gekommen, nasser Schnee. Aber für die kommenden Tage und Nächte stimmen die Temperaturen. Es gibt keinen Grund zur Sorge.»
Sprint-Grand-Prix mit drei Schnee-Siegern
Das Hauptereignis des ersten Renntags ist neu der Sprint über 1300 Meter. Die Preisgelder der Kurzdistanz-Rennen wurden im Vergleich zu den letzten Jahren auf diese Saison hin deutlich angehoben: Statt jeweils 15'000 Franken sind die Sprints nun mit zweimal 25'000 und am dritten Sonntag sogar 30'000 Franken dotiert. Mit dem dreifachen White-Turf-Sieger Identified, dem aus Deutschland anreisenden Scipio (Schnee-Sieger 2023) und Notte A Roma (gewann in St. Moritz vor fünf Jahren) sind am Sonntag drei Kandidaten am Start, die auf der ungewohnten Unterlage schon als Sieger ins Ziel gekommen sind. Der in Ungarn vorbereitete Suprise of Easter belegte letztes Jahr bei seinem einzigen Schnee-Start auf Anhieb Rang zwei.
Die drei erstmals in St. Moritz antretenden Gegner haben allesamt das Zeug, ganz vorne mitzumischen. Die höchste Handicap-Marke hat Tortuguero, der allerdings noch nie auf so kurzem Weg gelaufen ist. Der Schweizer Neuling Miguel hingegen hat in England auf Sprint-Distanzen überzeugt und sollte auf Anhieb weit vorne landen. Dies ist auch Rogue Spirit zuzutrauen, der mit dem deutschen Spitzen-Jockey Rene Piechulek den Sieg anstrebt.
Hauptprobe für den Grossen Preis
Aus sportlicher Sicht wird das vierte Rennen des Tages mit besonderer Spannung erwartet. Das über 1800 m führende Flachrennen mit einigen der besten Galoppern der Schweiz ist die wichtigste Vorbereitungsprüfung für den zwei Wochen später über 2000 m führenden Grossen Preis von St. Moritz, dem mit 100'000 Franken dotierten Höhepunkt des Meetings.
Der von Champion-Trainerin Claudia Erni in Avenches vorbereitete Singledon (mit Champion-Jockey Tim Bürgin) ist als Jockey-Club-Sieger der Favorit. Doch er muss mit 61 Kilo deutlich mehr Gewicht über die Bahn aus Eis und Schnee tragen als seine Gegner. Vier Kilo weniger tragen der in St. Moritz schon siegreiche Abrams Creek und der einst hochklassige Queroyal, der vor einem Jahr in diesem Rennen guter Zweiter war. Der Schimmel Saadi, der sich in der zweiten Saisonhälfte 2024 zum Seriensieger gemausert hat, ist ebenfalls Anwärter auf einen Spitzenplatz. Genau wie der irische Gast Gordon Grey, der Mitte Januar sein Vorbereitungsrennen gewonnen hat. Die ungarische Stute Tunézia kommt mit der Referenz von vier Siegen aus zehn Starts.
Wett-Tipps:
Rennen 1 (Trab, 1700 m, Fr. 15'000.-): Fourteenth of July, Be Cool d’Eb, Domingo Bello, Elfe du Chatault
Rennen 2 (Flach, 1300 m, Fr. 25'000.--): Scipio, Miguel, Rogue Spirit, Surprise of Easter
Rennen 3 (UBS – GP von Celerina, 2700 m, Fr. 20'000.--): Schael, Atlantico, Fou de Reve, Stepney Causeway
Rennen 4 (Flach, 1800 m, Fr. 20'000.--): Singledon, Queroyal, Gordon Grey, Abrams Creek
Rennen 5 (Trab, 1700 m, Fr. 10'000.--): Emir des Forges, Classic Chrono, Helios Debau, Go For Jet
Rennen 6 (Flach, 1800 m, 10'000.--): Ispahan, Alvediston, Nick Cassedy, Lenoir