Wie geht es der Prinzessin? Verschwörungstheorien um Kate beunruhigen das Königreich

Carlotta Henggeler

4.3.2024

Die Mitteilung war klar: Nach einer Operation werde Prinzessin Kate bis nach Ostern keine Termine wahrnehmen. Doch in der Zeit der sozialen Medien könnte die Strategie des Palasts nicht mehr aufgehen.

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Es ist 70 Tage her, seit Prinzessin Kate das letzte Mal in der Öffentlichkeit zu sehen war. Am Weihnachtsgottesdienst zeigte sie sich lächelnd den Medien.
  • Danach folgten die Bauchoperation und die Ansage des Königspalastes, dass sie sich bis Ostern erhole.
  • Seitdem kursieren in England Spekulationen, wie es Prinzessin Kate gehe. Die englische Zeitung «The Sun» schreibt von einer Krisenwoche, der «Telegraph» berichtet, die Royals-Beobachtung im Internet habe «ein neues Mass an Wahnsinn erreicht».

70 Tage ist es an diesem Montag her, dass die künftige Königin zu sehen war.

Gemeinsam mit Ehemann Prinz William und den drei Kindern besuchte Prinzessin Kate am ersten Feiertag den Weihnachtsgottesdienst der Royal Family. Lachend und winkend, alles wie immer.

Und grundsätzlich ist die Tatsache, dass sich die 42-Jährige seither nicht blicken liess, auch keine Aufregung wert. Der Palast hatte schon am 17. Januar mitgeteilt, dass Kate sich von einer geplanten Operation im Bauchraum erhole und deshalb bis nach Ostern keine Termine wahrnehmen werde. Das ist noch einen Monat hin – und trotzdem steigt die Unruhe im Vereinigten Königreich.

Das liegt nicht an der englischen Presse, die sich sonst auf jedes Detail stürzt: Welche Farbe hat Kates Kleid, was möchte sie mit ihrem Schmuck ausdrücken, wie anmutig sie doch lächelt. Zu ihrem Gesundheitszustand aber liest man seit Wochen kein Wörtchen der Spekulation. Die Royal Family hatte um Privatsphäre gebeten und die berüchtigte «yellow press» pariert.

«Der Kensington-Palast wird deshalb nur dann über die Fortschritte Ihrer Königlichen Hoheit berichten, wenn wichtige neue Informationen vorliegen», hiess es bei Bekanntgabe der Operation.

Details zu ihrer Erkrankung wurden nicht genannt, ausser, dass es sich nicht um Krebs handele. Doch die alte Palast-Regel «never complain, never explain» – nie beschweren, nie erklären –, an die sich die verstorbene Queen Elizabeth II. stets hielt, hat es in Zeiten von Social Media immer schwerer.

«Krisenwoche» für die Royals

Es war ausgerechnet Kates Ehemann, der die Gerüchte auslöste. Als Prinz William (41) am Dienstag kurzfristig «aus persönlichen Gründen» eine wichtige royale Veranstaltung absagte, wurde die Internetbüchse der Pandora geöffnet. So gross wurden die Gerüchte in den sozialen Netzwerken, so wild tobten ungebremst verschiedene Verschwörungstheorien durchs Netz, dass sich der Kensington-Palast dazu genötigt sah, erneut mitzuteilen: Die Prinzessin erhole sich, es gehe ihr gut. Man habe doch gesagt, dass man sich im Falle des Falls schon melden werde.

Doch es half nicht. Und auch Williams fröhliche Stimmung bei Terminen zum walisischen Nationalfeiertag am Freitag beruhigte die Spekulationen und Gerüchte nicht.

Die Erklärung «reicht nicht aus, um die moderne Neugier zu befriedigen», bedauerte der «Telegraph» und kritisierte, die Royals-Beobachtung im Internet habe «ein neues Mass an Wahnsinn erreicht».

Von einer «Krisenwoche» schrieb die «Sun». Selbst die BBC sprach von «einem königlichen Dilemma, da die öffentliche Neugier auf Kates Gesundheitszustand zunimmt».

Die englische Patientin ist beileibe nicht das einzige ranghohe Mitglied der Royal Family, das krankheitsbedingt derzeit ausfällt. Schwiegervater König Charles III. (75) ist an Krebs erkrankt und nimmt derzeit keine öffentlichen Termine wahr. Gerüchte über den Monarchen aber gibt es nicht.

Warum es keine Gerüchte um Charles gibt

«Der unersättliche Appetit auf Neuigkeiten über die Prinzessin wurde nicht durch die Wahrnehmung verbessert, dass der König viel offener mit seiner Krebsdiagnose umgeht», kommentierte die Royals-Korrespondentin des Senders «Sky News», Rhiannon Mills. Charles winkte Schaulustigen aus der Ferne beim Kirchgang. Er liess sich fotografieren, wie er Genesungswünsche las und traf sich vor laufender Kamera mit dem britischen Premierminister Rishi Sunak zur Audienz.

Experten halten den Vergleich für unfair. «Er ist das Staatsoberhaupt», betont Mills. Nicht nur von Grossbritannien, sondern von einem guten Dutzend weiterer Länder. Kate hingegen habe kein konstitutionelles Amt. Deshalb sei Charles in einer anderen Position als die Prinzessin, so Mills. Zum Commonwealth Day, einem der wichtigsten Termine im royalen Kalender, will Charles eine Videobotschaft senden. «Ich muss gesehen werden, damit man an mich glaubt», sagte bereits seine Mutter Queen Elizabeth II.

Der Palast hat kaum regelmässige Repräsentanten

Die unter Charles verschlankte Monarchie braucht ihr Personal. Ohne Charles und Kate gibt es kaum Royals, die Termine wahrnehmen. Königin Camilla (76) und ihre Schwägerin Prinzessin Anne (73) gehören dazu, William – und dann fängt schon fast die zweite Reihe an, mit Charles’ jüngstem Bruder Prinz Edward und dessen Ehefrau Herzogin Sophie (beide 59).

Vor allem Camilla habe jüngst deutlich mehr Termine wahrgenommen, als eigentlich in ihrem Kalender gestanden hätten, berichtete die «Sun». Aber auch die Queen braucht Erholung. Sie werde in Bälde zu einem Auslandsurlaub aufbrechen, wusste das Blatt zu berichten. Das jedoch führt zu neuen Sorgen.

Die Royals-Expertin Ingrid Seward sagte der «Sun»: «Dies wird die Frage aufwerfen, wer in einer so entscheidenden Zeit, in der so viele wichtige Royals ausser Gefecht sind, das Sagen hat.»

dpa/Benedikt von Imhoff


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